MAM - DIE BAP-Coverband - Medienecho

Rheinzeitung 17.07.2011

Die Rheinzeitung über MAM bei "Summer in the City" in Bendorf

Bands lassen es krachen

Bendorf - Wer kennt wen! Bei der dritten Auflage von „Summer in the city“ auf dem Kirchplatz ist das kein Problem. Da treffen sich hauptsächlich Bendorfer, um einen schönen Abend zu verbringen. Die Musik spielt da nicht bei allen die Hauptrolle. Das Ereignis, das sich nach dem Nummer-eins-Hit der US-Rockband Lovin’ Spoonful (1966) nennt, zieht Leute an, die die Sitzgelegenheiten und Angebote der angrenzenden Gastronomie gerne nutzen.

Es ist ein Abend der Nostalgie, Tonkunst aus den 60er- bis 80er-Jahren – gecovert. Menschen, die den größten Rock-Blues-Gitarrenhero aller Zeiten live in Deutschland gesehen haben, zum Beispiel auf der Insel Fehmarn im September 1970, sind hier wohl in der Minderzahl. Die Begeisterung für Jan Laacks und sein Trio hält sich in Grenzen, obwohl der Bonner Gitarrist, der auch mit Anne Haigis tourt, aus Spaß an der Freud eine sehr ordentliche Hendrix-Hommage hinlegt. Da dürfen Jimis Nummern wie „Foxy Lady“, „Red House“ oder „Voodoo child“ mit einem kurzem Einsprengsel von „Star spangled banner“ nicht fehlen. Größeren Applaus gibt es für Laacks auf-dem-Rücken-Saiten-quälen. BAP auf der Bühne, das haben schon viel mehr der Anwesenden erlebt. Mit der Musik von Niedecken und Co. aufgewachsen, singen die Leute die Lieder mit, die MAM, die „Schwester“ der Kölner Kult-Band, zum Besten gibt. Verblüffend ähnlich shoutet Klaus Drotbohm wie der gute Wolfgang Niedecken, und Oliver Küster hat den „Major“-Heuser-Ton verinnerlicht. Ob Ohrwürmer wie „Verdamp lang her“, das nachdenkliche und wichtige Stück „Kristallnaach“ oder das berührende „Do kanns zaubre“, bei dem sich nicht wenige Gäste einhaken und sich im langsamen Rhythmus hin und her bewegen, die Performance kommt gut an. Als Zugabe zelebriert das Quintett den reggaelastigen „Müsli Man“ und gibt zum Schluss noch einmal Vollgas. Yeah man! That’s Rock ’n’ Roll! „Wisch wasch“ singt das Publikum den Refrain vom „Waschsalon“, vom Mann, der gern mit Frau in den Maschinenraum geht, da der Herr von (dieser) Technik „nix verstonn. Büjelfrei. Dat kriej’ ich werklich nit jerejelt Frau“.

Einen lupenreinen Rockabilly à la Elvis liefert auch der Headliner. „A little thing called love“, da lässt der klassisch ausgebildete Drazen Zalac in Brian-May-Manier die sechs Saiten richtig krachen. Die Queen Kings imitieren Freddy und seine Freunde nicht eins zu eins. Authentisch wirkt das Sextett, aber mit persönlicher Note. Da ist vor allem Leadsänger Mirko Bäumer, der Mercurys Stimme ziemlich nahe kommt, aber seiner Theatralik nicht in jedem Punkt folgt. Charismatisch wie lauffreudig gibt der Tribute-Chef den Entertainer und bindet die Backgroundsängerin Susann de Bollier mit ein in die Frontvocals.

Seine Qualität am E-Tieftöner beweist Rolf Sander, den die Queen-Musiker Brian May und Roger Taylor persönlich für ihr Musical „We will rock you“ 2006 auswählten, in „Another one bites the dust“. Der Bass rockt und pumpt, das Volk jubelt, die Show geht ihrem Höhepunkt entgegen. „A kind of magic“ oder „Friends will be friends“, da werden Erinnerungen wach. „Bohemian Rhapsody“ ist das Sahnehäubchen auf der Queen-Torte, einem Titel mit Anspruch, der sehr unterschiedliche Abschnitte aneinanderreiht, vom A-cappella-Intro über eine Opern-Parodie bis hin zum Hardrock-Teil. Mitsingen – Fehlanzeige. Der spät einsetzende Regen verhindert nach „We are the champions“ weitere Kostproben aus dem Queen-Repertoire, da die Bühne ohne Abdeckung dasteht. Kurz nach Mitternacht geht ein schöner Sommerabend im Herzen Bendorfs zu Ende.

Medienecho

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